Musik-Seminar Teil 10

Musik-Seminar Teil 10

Bild: Esther Wenger, Tierra de Fuego 05.07.2001

Im Teil 10 werden die Jahre 1960 – 1970 behandelt.

Obwohl der Tango und besonders der Tangotanz langsam verschwand, gab es aber trotzdem noch interessante Musik. Es war meist Musik zum Zuhören, für das Radio und für Konzerte. Die Stereo-Vinyl-Schallplatte kam auf den Markt und die argentinischen Plattenverlage produzierten „Tango-for-Export“ vor allem für die USA und für Europa. Darunter gab es noch manche Juwelen zu entdecken. Die meisten Orchester spielten fürs Radio, fürs Fernsehen, in Filmen oder im Studio für Aufnahmen. Es gab nur noch wenige Orchester welche in Milongas spielten.

Donato Racciatti (1918 – 2000) *Ciheti Italien- Montevideo Uruguay

Bandoneon

1938 begann Racciatti beim Radio in Montevideo als Bandoneonist. 1940 wurde er Mitglied im Orchester Laurenz-Casella in Montevideo. 1945 leitete er das Orchester, welches den Sänger Luis Alberto Fleitas begleitete. Mit dieser Erfahrung gründete er 1948 sein eigenes Orchester. Das Debüt fand in Punto del Este, einem Badeort 100km von Montevideo entfernt, statt. Er spielte mit seinem Orchester in verschiedenen Radiostationen und er wurde von dem uruguayischen Plattenlabel Sondor engagiert. Er reiste mit seinem Orchester zu Tourneen durch Uruguay und Brasilien und spielte auch oft im Theater.

Am bekanntesten waren seine Aufnahmen mit den Sängerinnen Nina Miranda und Olga del Grossi. Er hatte großen Erfolg mit seinem Orchester. Seine Musik war immer tanzbar und war in ganz Amerika und Japan beliebt. Sein Orchester spielte klassischen Tango, einfach und schlicht und sehr rhythmisch. Dazu war er ein produktiver Komponist von Tangomusik.

Nina Miranda

Titel: „Garufa“ 1953 Sängerin: Nina Miranda

Titel: „Compadrón“ 1953 Sängerin: Nina Miranda

Olga Delgrossi

Titel: „sus ojos se cerraron“ 1956 Sängerin: Olga Delgrossi

Titel: „Loca“ 1959 Sängerin: Olga Delgrossi

Carlos Roldán

Titel: „Leguisamo solo“ 1961 Sänger: Carlos Roldán

Titel: „Tengo miedo“ 1961 Sänger: Carlos Roldán

Juan D’Arienzo

Siehe auch in früheren Teilen

In diesen späten Jahren, spielte auch D‘Arienzo oft für Radio- und Fernseh-Stationen. Dazu nahm er noch einige Stereo-Platten mit „Tango-for-Export“ auf. Seine Musik klingt oft sehr durch-arrangiert und affektiert. Die ehemalige Spielfreude ist zum großen Teil verschwunden.

Titel: „Este es el rey“ 1971 Instrumental

Zum folgenden Film:

Juan D‘Arienzo und sein großes Orchester im Programm „Samstag Tango“ mit Miguel Angel Manzi Moderator und Animator für die Jugend und der Populärmusik am 1. Februar 1969 Montecarlo TV Canal 4 von Montevideo Uruguay

  • Sänger: Alberto Echagüe, Armando Laborde und Osvaldo Ramos
  • Piano: Juan Polito
  • Kontrabass: Enrique Romeo Guerra
  • Bandoneones von Links nach Rechts: Juan Carlos Niesi, Carlos Lazzari, Ernesto Franco, Luis Maggiolo, Felipe Ricciardi
  • Geigen von Links nach Rechts: Bernardo Weber (Solist), Mauricio Svidosvsky, Milo Dojman, Blas Pensato und Mauricio Mise.

Titel der Tangos im Film:

  • 01. 9 de Julio
  • 02. Remembranza
  • 03.De Puro Curda
  • 04. Mi Japon
  • 05. Paciencia
  • 06. La Cumparsita

Danke Pablo Ramos für den Film

Aníbal Troilo 1914 – 1975 (*Buenos Aires) Bandoneon

siehe auch Teil 8 und und Teil 6a

Das Orchester von Aníbal Troilo war in der Zeit von 1960 – 1970 sehr orchestral. Es hat seinen Stil seit Anfang der 50er Jahre etwas verändert , da Troilo jetzt als Arrangeure seine Orchestermitglieder beauftragte.

Daneben ging Troilo einen Weg, den sonst kein Orchester nahm, er suchte den einfachen Klang.

Das strebte er auch schon mit seinem ersten „Quarteto Troilo-Grela“ an (siehe Teil 9). Da er sich aber in den 60er Jahren von Grela trennte, bildete er ein weiteres Quartett, das „Quarteto Troilo“ mit den Gitaristen Ubaldo de Lio, Osvaldo Berlingieri am Piano und Rafael del Bagno am Kontrabass. Die beiden Quartette erlaubten ihm wieder „a la parrilla“ zu spielen, d.H. die Noten enthielten nur die notwendigsten Angaben für die Melodie. Alles weitere entstand beim Proben und wurde dann auswendig gespielt. Dadurch entstand der gesuchte einfache Klang, in dem die Phrasierung ganz aus der inneren Bewegung der Musiker entstand.

Quarteto Aníbal Troilo

Titel: „La última curda“ 1969 Instrumental

Titel: „Milongero Triste“ 1969 Instrumental

Titel: „Toda mi Vida“ 1968 Instrumental

Osvaldo Manzi (1925- 1976) *Buenos Aires Piano

Osvaldo studierte Musik am Conservatorio nacional de Música in Buenos Aires. Anfang der 40er Jahre gründete das Radio del Pueblo ein Mitarbeiterorchester, in diesem Orchester war Osvaldo Manzi Pianist. Später spielte er als Pianist in folgenden Orchestern: Florindo Sassone, Miguel Zabala, Elvono Vardaro, Edgardo Donato, Manuel Buzón, Joaquín Do Reyes und Enrique Alessio. Seine erste Erfahrung als Orchesterleiter machte er 1949. Zwischen 1953 und 1955 leitete er das Orchester von Alberto Marino, mit diesem nahm er dann auch eine Platte auf. 1954 – 1957 war er Pianist im Orchester von Aníbal Troilo. Zwischen 1957 und 1959 war er Ersatz für Osvaldo Pugliese in dessen Orchester, da Pugliese wegen seiner politischen Ansichten mal wieder im Gefängnis war. 1959 leitete er wieder ein Orchester mit Eduardo Rovira als Bandoneonist. 1960 formierte er ein neues Orchester zusammen mit Rovira er nannte es „Los Cuatro“. Von 1960 – 1962 war er Pianist im „Quinteto Nuevo Tango“ von Astor Piazzolla, danach war nochmal bis 1965 zusammen mit Astor Piazzolla. 1966 gründete er mit Rubén Chocho ein Trio mit einer E-Gitarre, welches Aufnahmen beim Label Microfón aufzeichnete. Danach gründete er das „Octeto marabú“ mit dem er 1969 zwölf Aufnahmen beim Label Microfón aufnahm. 1972 war er wieder bei Astor Piazzolla in seinem Nonet.

Osvaldo Manzi y el Octeto marabú

Titel: „Verdemar“ 1964 Instrumental

Titel: „Julian“ 1964 Instrumental

Titel: „Torrente“ 1964 Instrumental

Raúl Garello (1936-2016) *Chacabuco Buenos Aires

Bandoneon

Raúl Garello studierte in Buenos Aires Musik. Mit 18 Jahren wurde er Bandoneonist im Orchester von Radio Belgrano. Er traf dort Leopoldo Federico, den er später im Quartett von Roberto Firpo ersetzte. Danach schloss er sich Carlos Dante, Alberto Moran und Horacio Salgan an. 1963 wurde er Bandoneonist bei Aníbal Troilo und arrangierte dann auch fast alle neuen Stücke im Orchester von Troilo arrangiert. Er wurde einer der wichtigsten Arrangeure seiner Zeit und hat damals für fast alle neueren Orchester arrangiert.

1968 gründete er sein eigenes Orchester welches er „Orquesta Típica Porteña“ nannte (Nicht zu verwechseln mit dem Orchester Típica porteña von Carabelli 1930-1931).

Alle aufgenommenen Stücke waren gesungen.

Die Sänger waren: Roberto Goyeneche, Floreal Ruiz und Roberto Rufino.

Danach gründete er das Sexteto Raúl Garello und 1980 das Orquesta del Tango de Buenos Aires.

Er wurde 2016 von der National Academy of Tango mit dem Gobbi Gold Award ausgezeichnet.

Orquesta Tipica Porteña

Titel: „El Cantor de Buenos Aires“ 1968 Sänger: Roberto Goyeneche

Titel: „Maria“ 1977 Sänger: Roberto Goyeneche

Titel: „Ausencia“ 1977 Sänger: Floreal Ruíz

Titel: „Sueño Querido“ 1970 Sänger: Roberto Rufino

Sexteto Raúl Garello

Titel: „Arlequín Porteño“ 2016 Instrumental

Im Torquato Tasso Buenos Aires 2015

Orquesta del Tango de Buenos Aires in der Usina del Arte

Titel: „Margarita de Agosto“ 2015 in der Usina del Arte Buenos Aires

Teil 11

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